Da sie wusste, dass das noch nicht alles gewesen sein konnte, kam Lena Hel Lautner zur Welt (1994). Ein gut konzipierter Zug war das nicht.
Deshalb beschloss sie, nachdem sie den Ort und sich selbst erkundet hatte – scheinbar auch zunächst hinreichend – an verschiedenen Stellen für Ordnung zu sorgen.
In dem Wissen, dass vieles, was einem an der eigenen Biografie besonders bewegend scheint, vor den Lebensabschnitten passiert, die in einer Biografie überhaupt Raum finden, versuchte sie, älter zu werden. Und für jedes Jahr, in dem sie um ein Jahr alterte, war sie dankbar.
Ganz nebenbei machte sie Abitur (2013). Später studierte sie Musikwissenschaft/Sound Studies und Philosophie auf die Art und Weise, für die sie bis dahin schon bekannt geworden war: nach dem Käse-Löcher-Paradoxon (bis 2019). Denn: Je mehr mensch neben einem solchen Studium macht, desto weniger steckt mensch in dieses Studium. Was aber, wenn alles, was sonst noch passiert, auch nur eine Verlängerung der eigenen Studien ist?
Eben, wie das mit dem Käse und den Löchern:
Je mehr Philosophie/Käse, desto mehr Löcher darin.
Auf diesem Weg gelang es ihr, sich in Köln zu Gender-Studies weiterzubilden (2021) und in Idstein zur Dolmetscherin für Deutsche Gebärdensprache (2024).
Was hat sie aus all diesen facettenreichen Studien mitgenommen? Dass alles, was sie mit ihren Händen berührt, zu Musik wird, zu Literatur, Gebärdensprache, Videos, …
Je mehr Löcher, desto weniger Käse eben.
Ihren Weltzugriff hat sie dabei nicht verloren oder abgegeben. Lena Hel Lautner steht deshalb mit beiden Füßen fest auf dem Luftschloss; und sie wird es weiter ausbauen. Mit ihrem Engagement für Inklusion, Teilhabe und Behinderten-Rechte bei der Disability und Mad Pride Bonn zum Beispiel (2023). Denn sie schubst nicht einfach gerne Ideen herum. Sie ist überzeugt, dass die Ideen, die sie hat, Verbesserungen anschubsen sollten. Und zwar ganz handfeste.
Denn: Je mehr Käse, desto weniger Käse.
Arbeitsschwerpunkte:
- Künstlerisches, besonders Musik- und Textarbeit.
- Didaktik, Pädagogik.
- Selbstvertretung als Behinderte.
- Kommunikationsassistenz für Deutsche Gebärdensprache.